BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Beschluß der 12. Ordentl. Bundesdelegiertenkonferenz
11.-13. Dezember 1998 in Leipzig, Congress Centrum   Übersicht

 

Bündnisgrüne für Einführung eines Hormonpräparats zum Schwangerschaftsabbruch

Die Bundesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN spricht sich dafür aus, Frauen in der Bundesrepublik Deutschland eine in vielen Fällen schonendere und weniger risikoreiche medikamentöse Methode des frühzeitigen Schwangerschaftsabbruchs nicht länger vorzuenthalten und fordert die Einführung eines Hormonpräparates zum medikamentösen Schwangerschaftsabbruch (RU 486). Es ist bereits seit fast zehn Jahren in Frankreich, Großbritannien und Schweden zugelassen.

Im Vergleich zu den herkömmlichen chirurgischen Methoden der strafbefreiten Abtreibungsformen ist die RU 486 schonender: Narkose-, Infektionsrisiken, Blutverlust und Verletzungsgefahr sind quasi ausgeschlossen. Es ist die Sache der Frau und der Ärztin bzw. des Arztes, welches Verfahren, chirurgisch oder medikamentös, im konkreten Fall angezeigt ist.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßen die Aussage der Bundesgesundheitsministerin, daß Frauen möglichst schonende Methoden beim Schwangerschaftsabbruch zur Verfügung stehen müssen.

Die Bundesdelegiertenkonferenz fordert daher den Inhaber der Patentrechte auf, auch in Deutschland einen Antrag auf Zulassung dieses Präparates zu stellen.

Darüber hinaus setzen sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN dafür ein, daß für Frauen und Männer flächendeckend Informationen und Beratungen zu Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft angeboten werden. Schwangerschaftsabbrüche müssen in allen Bundesländern wohnortnah und mit gesundheitsschonenden Methoden möglich sein.

Wir wollen eine Gesellschaft, in der sich jede Frau frei für oder gegen ein Kind entscheiden kann. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden ihre Regierungsbeteiligung dafür nutzen, eine kinderfreundliche Gesellschaft zu schaffen und die soziale Absicherung von Menschen mit Kindern zu gewährleisten.